Von Fraser Island bis Brisbane

17. November

Früh morgens haben wir Fraser Island mit der Fähre verlassen und sind nach Brisbane gefahren, Australiens drittgrößter Stadt und Hauptstadt von Queensland – eine sehr lebendige Stadt. Schön am Brisbane River gelegen, bietet sie eine interessante Mischung aus alter und neuer Architektur. Empfehlenswert: der botanische Garten, ein öffentlicher Park.

Die Skyline von Brisbane
Fotos: Thomas Willke

Wir verbringen den Nachmittag auf eigene Faust. Morgen heißt es Abschied nehmen von Australien. Wir haben hier zweieinhalb spannende Wochen voller neuer Eindrücke erlebt: von den kühlen Regenwäldern Tasmaniens bis zu ihren tropischen Verwandten im Norden Queenslands haben wir alle Klimazonen und Lebensräume Ostaustraliens erkundet, von der Küste bis hinauf ins Gebirge. Wir haben Sternenkunde von ihren Anfängen bis zur modernen Astronomie und Raumfahrt erlebt – und wir eine der packendsten Sonnenfinsternisse der letzten Jahrzehnte gesehen. Sie war nicht die längste aber von den Einblicken, die sie in die Sonnenkorona bot, war sie die bildgewaltigste. Und an Dramatik war sie sowieso nicht zu überbieten.

Ein Pärchen Allfarbloris füttert ihre Jungen, die in einem Baumhöhlennest sitzen
Fotos: Thomas Willke

bild der wissenschaft bedankt sich bei Dr. Achim Weiss und Peter Hoffmann für ihre exzellente Arbeit und bei allen Teilnehmern dafür, dass sie dabei waren und dass sie so eine tolle Gruppe waren, bei der einfach alles stimmte.

Das war der bdw-Reiseblog 2012. Wir sehen uns wieder 2013 auf Hawaii!

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Fraser Island

15. und 16. November

Langsam neigt sich unsere Tour dem Ende zu. Wir fliegen zu unserem Absprungflughafen Brisbane, aber bevor es nach Hause geht, fahren wir noch auf eine der schönsten Inseln der Welt: Fraser Island, ca. 200 Kilometer nordöstlich von Brisbane. Sie ist mit 124 Kilometer Länge die größte Sandinsel der Welt. Aber wer glaubt, eine unbelaubte Düne vor zu finden, der irrt. Fraser Island ist dicht bewachsen mit Trocken- und Regenwäldern. Im Meer sollte man hier nicht baden. Haie, Strömungen und giftige Quallen versprechen keine große Badefreude. Dafür gibt es zahlreiche sehr klare Süßwasserseen und Bäche, in denen man baden kann.

Der breite und über 100 Kilometer lange Strand von Fraser Island.
Foto: Thomas Willke

Als wir Donnerstag Abend im Fährhafen bei Harvey Bay ankommen, haben wir noch etwas Zeit, bis uns die Fähre zur Insel bringt. Wir genießen den Sonnenuntergang und während wir das tun, werden wir beobachtet. Ein Kopf taucht immer wieder aus dem Wasser auf und schaut vor allem zwei uns besonders intensiv an, die den Sonnenuntergang fotografieren. Was ist das für ein Tier? Der Kopf wirkt rundlich, ähnlich wie ein Seehund. Aber alle Robben, die es hier gibt, sind Pelzrobben mit eher spitzen Schnauzen und sie sollten eigentlich so weit im Norden nicht mehr vorkommen. Dann dreht sich das Tier und zeigt uns seine dicken Flossen. Es muss ein junges Dugong sein, eine der seltenen Seekühe. Ein Säugetier wie eine Robbe, aber ein Pflanzenfresser, der auf Seegraswiesen weidet.

Unser Resort auf Fraser Island liegt direkt an einem kleinen See. Und von unseren Balkonen können wir einem herrlichen Konzert von verschiedensten Zikaden und Fröschen lauschen Wenn  man sich ein paar Meter vom Hotel entfernt, steht man völlig im Dunkeln. Sobald die Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt haben, erblickt man über sich den südlichen Sternenhimmeln in allen Details und ohne eine Wolke.

Ein Lachender Hans schaut durch das Dickicht des Regenwalds auf uns herab.
Foto: Thomas Willke

Freitags gehen wir mit einem Allrad getrieben Bus auf Inseltour. Befestigte Straßen gibt es hier nicht, aber Sandpisten im Wald, und man darf den Strand befahren, der sich auf der Pazifikseite vom Nord- bis zum Südende hinzieht. Wir baden in einem glasklaren See, wandern einen Bach hinauf und durch den Regenwald oben auf den höchsten Dünen der Insel. Was wir leider nicht sehen, sind Dingos. Auf Fraser Island gibt es die letzten reinrassigen Dingos Australiens. Überall auf dem Kontinent haben sie sich mit entlaufenen Haushunden vermischt. Aber heute zeigt sich keiner. Dafür holt sich ein Seeadler vor unseren Augen eine Schlange vom Strand.

 

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Cairns, Ellis Beach und Kuranda: Die Sonnenfinsternis

Was für ein perfekter Morgen! Wir sind um 3 Uhr nachts in den Bus gestiegen und zum Strand Ellis Beach gefahren, der recht einsam auf halber Strecke zwischen Cairns und Port Douglas liegt. Der ideale Beobachtungspunkt für diese Sonnenfinsternis ist ein Strand, da der Mond die Sonne berührt, kaum dass sie aufgegangen ist. Ellis Beach passt perfekt. Abseits gelegen, groß, so dass es genug Platz für alle Sonnenfreunde gibt – das hoffen wir zumindest. Und damit wir den besten Platz bekommen, fahren wir früh los.

Kaum haben wir den Strand betreten, (der um 3.30 Uhr fast leer ist) huschen überall Krabben über den Sand. Diese Tiere jagen hier während der Ebbe. Wir suchen uns schöne Plätze und genießen die Nacht. Wir liegen in der warmen Tropenluft im Sand, über uns der Sternenhimmel des Südens, im Norden paddeln die 3 Brüder in einem Kanu, Sternschnuppen schießen an uns vorbei, die Wellen des Pazifiks brechen sich am Strand und während es im Südosten langsam heller wird, setzt ein warmer Südwind ein und zieht den Strand entlang. Dann beginnen die Vögel zu singen, Kakadus krächzen im Wald. Nur wenige andere Sonnenfinsternisfans haben den Weg nach Ellis Beach gefunden.

Alles ist wunderbar. Wenn da nur nicht diese Wolken wären. Sie liegen genau da, wo die Sonne aufgehen soll, und direkt daneben liegt noch eine Wolkenbank. Doch dann bricht eine Lücke auf. Es ist 05.40 Uhr. Die Sonne kommt hinter dem Horizont hervor, jetzt sollte sich der Mond gleich langsam vor die Sonne schieben. Doch stattdessen schieben sich erst kleine, dann große Wolken vor unser Zentralgestirn. Richtig große Wolken.

Die Sonne geht auf.
Foto: Thomas Willke

Fatalismus macht sich breit. Das war es dann wohl! Wenigstens war es bisher eine tolle Reise.

30 Minuten passiert nichts Nennenswertes. Doch plötzlich: eine kleine Lücke. Immer deutlicher zeigt sich die Sonne. Der Mond hat sich schon so weit vor die Sonne geschoben, dass wir der Mond  wie kurz nach Neumond aussieht. „t minus 8 Minuten“, ruft unser Astrophysiker Dr. Achim Weiss, „t minus 7, t minus 6.“ Alle sind aufgesprungen. Fiebern und schauen mit ihren Schutzbrillen in die Sonne. Und weg ist sie. Eine kleine schwarze Wolke verdeckt sie. Die Zeit verrinnt. Keiner ruft: „t minus 1“.

Und gleich darauf schieben sich Wolken davor.
Foto: Thomas Willke

Das Licht wird ockerfarbener. Strand und Wald wirken wie verfremdet.

Bis „t gleich 0“ sind es nur noch wenige Sekunden. Da: eine Lücke. Die Sonne ist wieder da und wird sofort vom Mond verdeckt. Die Korona strahlt. Es ist einfach umwerfend. Im Wald sind die Vögel verstummt. Nur das Meer ist völlig unbeeindruckt.

Der Mond direkt vor der Sonne.
Foto: Thomas Willke

2 Minuten und eine Sekunde dauert das Schauspiel. Mit dem Fernglas kann man sogar die Protuberanzen sehen. Wie kleine Edelsteine sehen sie aus. Dann erscheint oben links der erste Sonnenstrahl. Wir sind überwältigt. Es war einfach wunderschön. „Perfekt!“, meint Achim Weiss.

„Perfekt“, meint Dr. Achim Weiss (3.von links).
Foto: Thomas Willke
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bild der wissenschaft-Leserreise 2013 nach Hawaii und Südkorea

Möchten Sie auch einmal mit uns auf Leserreise kommen? ikarus tours und bild der wissenschaft bieten Ihnen auch 2013 ein spannendes Angebot: Im August geht es nach Südkorea und Hawaii – das Ziel für einen Traumurlaub schlechthin!

Foto: photos.com

Die Exkursionsteilnehmer besuchen dabei astronomische Einrichtungen auf den Inseln Oahu, Maui (Haleakala: 3000 Meter über NN) und Big Island. Absolute Höhepunkte sind die Besuche des japanischen Subaru-Teleskops sowie des Keck-Teleskops auf dem mehr als 4200 Meter das Meer überragenden Mauna Kea. Um die Observatorien besuchen zu dürfen, legen wir auf etwa 3000 Meter Höhe eine „Verschnaufpause“ zur Anpassung an die dünne Höhenluft ein.

Parallel zu diesen astrophysikalischen Glanzlichtern wird uns Dr. Peggy Hellweg, Geophysikerin am Seismological Laboratory in Berkeley, Kalifornien, mit dem vulkanischen Inselreich vertraut machen (Vulkan Kilauea, Lavaströme, ein Helikopterflug über ‧Lavafelder).

Anmeldung und weitere Informationen bei: 

Ikarus Tours GmbH

Martina Holler

Am Kaltenborn 49—51

61462 Königstein

Tel. 061 74 | 29 02 47

Fax 061 74 | 2 29 52

holler@ikarus.com

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Von Cairns bis zu den Low Isles: A Grand Day Out

13. November

Hinaus in den Pazifischen Ozean mit einem Segelkatamaran zu den Low Isles auf der Innenseite des Barrier Riffs segeln. Hinab zu Weichkorallen, Mördermuscheln, Meereschildkröten, kleinen Haien und Rochen tauchen. Das war unser heutiger Tag. Toll!

Die kleinere der Low Isles, der niedrigen Inseln
Foto: Thomas Willke

Die Zügelseeschwalbe (Onychoprion anaethetus) ist die Hauptbewohnerin der Low Isles
Foto: Thomas Willke

PS: Heute geht es früh ins Bett. Morgen müssen wir früh raus: Sonnenfinsternis ist kurz nach Sonnenaufgang.

Foto: Thomas Willke

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Von Cairns und Wooroonooran: Über den Wipfeln des Regenwaldes

12. November

Heute war tropischer Regenwald-Tag: Zu Fuß haben wir ihn von unten beim Wandern, in der Mitte beim Erkunden über einen Laufsteg in luftiger Höhe und von oben von einem Aussichtsturm gesehen. Der generelle Eindruck: Hier wird kein Quadratzentimeter vergeudet. Alles wächst dicht an dicht. Farne, Moose, Lianen und Schlingpflanzen wuchern auf allen Bäumen. Teilweise bilden sie regelrechte Etagen am Baumstamm. Einer der aggressivsten Vertreter ist die Würgfeige. Sie schlängelt sich vom Boden bis hinauf in die Wipfel und umwickelt ihren Wirt immer mehr, bis er schließlich eingeht. Die Feigenwicklungen sind allerdings so stabil, dass der Wirt im Inneren seines Gefängnisses verfaulen kann, ohne dass die Feige ihre Stabilität verliert.

Über den Wipfeln des Regenwaldes
Foto: Thomas Willke

Zwischendurch haben wir noch eine Krokodilfarm besucht. Die großen Salzwasserkrokodile (australisch: Salties) werden bis zu einer Tonne schwer und bis zu 7 Meter lang. Sie sind in Australien geschützt, dürfen aber für die Leder und Fleischproduktion gezüchtet werden. In Krokodilfarmen landen auch „Problemkrokodile“, die unbedingt in der Nähe von Menschen wohnen wollen, zum Beispiel direkt neben einem Einkaufszentrum. Normalerweise siedelt man solche Tiere in einsame Regionen um, berichtet unser Guide Helmut. Aber die Krokodile haben ein eingebautes Navi und kommen oft wieder in ihre alte Heimat zurück. Dann heißt die Lösung: Krokodilfarm. Hier bleiben sie bis an ihr Lebensende und dürfen sich hemmungslos vermehren. Ihre Kinder werden allerdings zu teuren Handtaschen verarbeitet.

Foto: Thomas Willke

Leider hat es zwischendurch immer wieder geregnet. Das war an sich nicht so schlimm, da es rasch wieder aufhörte. Aber wir machen uns Sorgen wegen der Sonnenfinsternis. Es ist noch keine Regenzeit (dann ist hier Weltuntergang; der Monsun kommt). Also bestehen noch gute Hoffnungen. Und trotz gelegentlicher Schauer ist die Stimmung weiterhin hervorragend.

Ein Helmkasuar, ein 1,8 Meter großer Laufvogel – bedroht, da sein Lebensraum zerstört wird
Foto: Thomas Willke

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Von Melbourne bis Cairns: Nordwärts in die Tropen

11. November

Heute fliegen wir über fast den gesamten australischen Kontinent: Von Melbourne im Süden mit seinem gemäßigten Klima bis nach Cairns im tropischen Norden. 2500 Kilometer. Cairns liegt in Queensland, dem größten australischen Bundesstaat. Vor seiner Küste liegt das große Barrier Riff und große Teile sind mit Regenwäldern bedeckt. Regenzeit ist im Südsommer. Ab Dezember trifft der Monsun auf die Küste und lädt im Schnitt 3000 bis 4000 Millimeter Regen ab, an manchen Orten zirka 8000 Milliliter.

Zum Vergleich: In Deutschlands regenreichster Region, dem Allgäu, fallen ungefähr 1200 Millimeter. Einer der wichtigsten Agrarerzeugnisse ist daher auch Zuckerrohr, das Wärme und viel Regen braucht. Rum um Cairns sehen wir überall Zuckerrohrfelder und kaum andere Agrarflächen. Queensland macht Australien zum viertgrößten Zuckerproduzenten der Welt, berichtet Peter Hoffmann. Allerdings ist der Anbau stark vom australischen Staat subventioniert.

Einen Ameisennest, das zwischen Zweige gebaut wurde. Die grüne Blase am Hinterteil kann man abbeißen. Der Inhalt schmeckt frisch nach Zitrone, hinterlässt aber einen leicht tauben Fleck auf der Zunge.
Foto: Thomas Willke

Wir verbringen den Nachmittag im Tjapukai Aboriginal Cultural Park. Hier werden uns traditionelle Sagen und Mythen der australischen Ureinwohner erzählt, wir hören Musik, sehen Tänze und lernen grundlegende Techniken der Jagd, Ernährung und Heilpflanzen kennen. Im Zentrum stellen Aboriginie-Künstler ihre Arbeiten aus und es gibt alles zu kaufen, was man an solch einem Ort erwartet. Das Ganze ist ziemlich touristisch, aber trotzdem interessant.

Vorführung eines Jagdtanz im Tjapukai Aboriginal Cultural Park
Foto: Thomas Willke

Einige unser Mitreisenden waren bereits vor 10 Jahren hier und berichten, dass das Zentrum damals kurz nach seiner Gründung deutlich politischer war. In den Räumen hing zum Beispiel eine Ausstellung über das Schicksal der „Lost Generation“. Peter Hoffmann berichtet uns abends in einem Vortrag ausführlich über dieses Thema: Bis in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts versuchte man in Australien die Aborigines zwangsweise zu assimilieren. Dazu nahm man Müttern ihre Kinder weg und zog sie in Waisenheimen auf, in denen sie nicht mit ihrer Kultur und Sprache in Berührung kamen. Das betraf vor allem Kinder, die einen weißen Vater hatten. Erst vor ein paar Jahren hat sich der damalige australische Premierminister bei den entführten Menschen entschuldigt.

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